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Lasst die Gläser klingen

Das Angebot an Weinfesten an der Mainschleife ist riesig. Um Sie hier imaginär ein bisschen an der Hand nehmen zu können, hat sich die Mainzeit-Redaktion mit zwei Insidern zusammengesetzt und sie gebeten, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Die Volkacherin Karin und der Niedersachse Norbert haben sich als Nachbarn angefreundet und sind an den Wochenenden öfter mal gemeinsam mit den Partnern auf der Pfitz.

Volkach: das Größte

„Wir waren damals gerade hergezogen und das Volkacher Weinfest war das erste, das wir besuchten", erinnert sich Norbert. Dass während der Festtage in der Schatten spendenden Allee unterschiedlichste Weine der Mainschleife ausgeschenkt werden, sieht er auch heute noch als großes Plus. „Spätestens am Ende des Abends hat man sein Lieblingsweingut gefunden. Gestärkt durch Schmackhaftes von den Essensständen und teilweise neutralisiert durch Mineralwasser ist kein Totalausfall zu befürchten", lacht er. „Das Schönste ist aber", und jetzt gerät Karin ins Schwärmen, „das Lichter-Spektakel am Montagabend. Es werden unzählige Wunderkerzen auf dem riesigen Festplatz verteilt und gleichzeitig von den Gästen angezündet. Wenn die Kapelle „Sierra madre" anstimmt, schallt der Refrain in einer Endlosschleife und mit einer gewissen Melancholie des Abschiednehmens durchs Maintal." Mag diesem Lied an 364 Tagen des Jahres der Geruch des Oberschnulzigen anhaften; an diesem Montag ist es perfekt. „So oft, wie man den Refrain des Liedes am Ende wiederholt hat, begleitet er einen noch bis in seine tiefsten niedersächsischen Träume", schmunzelt Norbert und bestätigt damit Karins Schwärmerei.

Astheim: das Idyllische

Ganz anders geht es im Juni auf der anderen Mainseite zu. Im benachbarten Astheim feiert man im einzigartigen Klosterhof des ehemaligen Kartäuserklosters Marienbrück das Weinfest mit dem Namen „Cartusia Flair". Im Gedenken an den Schweigeorden setzt man hier zwar ebenfalls auf weinfrohe Stimmung, allerdings mit unplugged-Music, also weitestgehend Akustikinstrumente ohne Verstärker. Mittlerweile haben sich viele Bands, ganz gleich, ob sie Oldies oder aktuelle Songs von Rock bis Pop in ihrem Repertoire haben, auf diese ehrliche, handgemachte, Musik zurückbesonnen und verzaubern ihre Zuhörer. Wie im Übrigen alle weiteren Weinfeste in den Winzerdörfern ist auch Cartusia Flair „ein Kind" örtlicher Vereine oder privater Winzer. Die Kuchen sind von den örtlichen Hausfrauen selbst gebacken; die Brotzeiten liebevollst zubereitet. „Abends sind die Konventskirche und die benachbarten Gebäude mit ihren Renaissancefassaden im Kartause-Innenhof stimmungsvoll beleuchtet. Eine ganz tolle Atmosphäre!" weiß Karin.

Fahr: das Offene

Karin ist es auch, die mit ihrem Mann gerne mal das fünf Kilometer entfernte Fahr ansteuert. Sie nutzt hierfür den Shuttlebus, der an den Wochenenden die Mainschleife abfährt und dabei auch weingesellige Menschen zueinander bringt. „Das war früher nicht so einfach. Heute bleiben Auto und Fahrrad in der Garage. Ist besser so." Karin genießt es, den Pfingstsonntag beim „Tag der offenen Höfe" in dem kleinen Winzerdorf zu verbringen. „Das Örtchen hat sich da richtig etwas einfallen lassen. Circa zehn Höfe haben geöffnet. Man schlendert durch die Gassen und folgt seiner Nase. Überall duftet es - je nach Tageszeit - mal nach deftigem Braten, mal nach Kaffee. In jedem Hof wird zudem ein eigenes Rahmenprogramm geboten. Da ist wirklich für jeden etwas dabei. Auch spielt das Wetter gar keine so große Rolle. Regnet es, könnte man in den Winzerhöfen überdacht sitzen und munter drauf los schöppeln", schmunzelt Karin. Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch das Fahrer Angebot an edlen Bränden. Eingefangen in schmucke Flaschen genießt man in flüssiger Form die Aromen und Geschmäcker der Fahrer Obstäcker. Auch diese Destillate finden Sie während Ihres Rundgangs durch die Gassen.

Nordheim: das Kulinarische

Als großer Fan des Shuttlebusses outet sich auch Norbert. „Gehen wir im September aufs „Kulinarische Weinfest" in Nordheim, laufen wir da gerne hin, wenn's Wetter passt. Passt es nicht, fahren wir mit dem Shuttle. Denn schlechtes Wetter hindert uns da nicht. Das Kulinarische Weinfest findet in einem Zelt statt. Es ist aber kein üblicher Festzeltbetrieb. Das Zelt bildet lediglich die schützende Haut um dieses gemütliche Weindorf". Karin erzählt weiter. „Die Nordheimer Winzer haben kleine Ausschankhäuschen bzw. Thekenstände, um die man sich einfindet zum Genießen, Plaudern und Spaß haben. Im Grunde flaniert man von Stand zu Stand, während die Gemütlichen oder die Hungrigen inmitten des Zeltes Platz nehmen." Das Weinfest würde nicht „Kulinarisches" heißen, wenn man hier nicht besonderen Wert auf Fränkische Spezialitäten legen würde, wie uns Karin erzählt. „Ich erinnere mich noch gut an eine köstliche halbe Ente, knusprig gebacken. Meine Güte, war die lecker." „Das stimmt", fällt Norbert ihr ins Wort, „vor allem die Glöass (Klöße) waren hitverdächtig" und brilliert an dieser Stelle mit wackeligem Mainschleifen-Dialekt.

Escherndorf: das Natürliche

Wenn es Norbert und Karin mal so richtig luftig und ursprünglich haben wollen, geht es ab in die Natur. In Escherndorf, am Fuße der Vogelsburg, lädt im August die Lumpjugend zu ihrem kleinen Weinfest in den Weinbergen ein. Hier, in einem äußeren Zipfel der bekannten Weinlage Escherndorfer Lump, ist man so nahe am Wein, wie man nur sein kann. „Hier entsteht er", machen die Rebzeilen, zwischen denen man sitzt, deutlich. Hier spürt man förmlich die Winzerarbeit, hier schmeckt man deren Perfektion im Glas. „Inmitten dieser Weinberge zu sitzen; das hat was!", wissen Norbert und Karin. „Über das Reblaub hinweg sieht man die Häuserzeile der Escherndorfer, die an die Weinberge grenzt. Da wird ihre Nähe und ihre Verbundenheit zu ihren Weinbergen für uns deutlich." Die Lumpjugend als Veranstalter lässt sich bei diesem Weinfest ganz und gar nicht lumpen. Natürlich gibt es auch hier Hausgemachtes von den Herden und aus den Backöfen der Familien. Passend zum Standort mitten im Grünen werden den Gästen Weinbergswanderungen angeboten. Logisch. Natürlich Natur!

Sommerach: das Stilvolle

Dass man im „schönsten Dorf Bayerns 2012" eines der schönsten Straßenweinfeste Weinfrankens vermuten darf, liegt förmlich auf der Hand. Und das darf natürlich auch auf der Hitliste unserer beiden Volkacher Pärchen nicht fehlen. „Dieses Weinfest war schon immer gut besucht, hat in den letzten Jahren jedoch nochmals unglaublich an Attraktivität gewonnen." erklärt Karin. Durch das stimmige Erscheinungsbild hat man inmitten von Fachwerk-, Barock und Muschelkalksteinfassaden ein absolut stilvolles Ambiente. „Dennoch ist es ganz locker und einladend, man fühlt sich gleich gut aufgehoben", erzählt sie weiter. Selbstvermarktende Winzer haben hier ebenso ihren Stand wie die renommierte Winzergenossenschaft. „In Sommerach hat man das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen", bemerkt Norbert. „Da kommt ein ganz großes Gefühl des Zusammenhaltens rüber. Anders wäre so eine Auszeichnung wie „Schönstes Dorf Bayerns" vermutlich auch nicht zu stemmen. Die Weine sind exzellent. Spätestens hier merkt auch ein Norddeutscher, was es mit fränkischer Weinkultur auf sich hat!", grinst er.

Obereisenheim: das Besondere

Haben wir bisher die Vielfalt unserer Weinfeste aufgezeigt, darf - last, but not least - Obereisenheim nicht fehlen. Denn hier ist die Essensauswahl eine besondere. Unter dem Motto „Fisch & Wein" findet das Weinfest im April in der örtlichen Winzerhalle statt. Entstanden ist die Idee sicherlich mit Hilfe der Eisenheimer Fischer, die auch nach wie vor ein Fischrecht für den Main haben. Neben traditionellen Gerichten wie gebackener Karpfen oder geräucherte Forelle werden immer wieder besonders ausgefallene Gerichte angeboten. Mal sind es Haifischsteaks (nein, der Hai wurde NICHT im Main gefangen; Sie können weiter entspannt darin baden!), mal sind es Fischweißwürste, mal Fischpuffer. Unentschlossene können sich mit „Öubereisumer Versücherli" retten und probieren sich durchs Angebot. Fisch muss bekanntlich schwimmen. Dass das mit Weinen der Lage Obereisenheimer Höll super funktioniert, muss man nicht eigens erwähnen. „Insgesamt eine teuflisch gute Sache", finden die beiden Weinfestfans. „Wenn wir mit unserem ganzen Freundeskreis unterwegs sind, was zuweilen auch vorkommt, stellen wir immer wieder fest, wie doch Wein und gutes Essen die Menschen verbindet. Wenn man da eine gleiche Wellenlänge hat, steht einem unbeschwerten Wochenende nichts im Wege."

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