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terroir f: Die magischen Orte des fränkischen Weines

Aussichten, wie sie an dieser Stelle einzigartig zu genießen sind, und sogar dabei noch etwas dazulernen: Das ist die Kernbotschaft des Konzeptes „terroir f“. Die weintouristische Marke entstand aus der gemeinsamen Arbeit des Fränkischen Weinbauverbandes e.V., der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH und des Tourismusverbands Franken. Die zwölf bedeutendsten Orte im fränkischen Weinland werden mit Themenpunkten rund um den Wein gekennzeichnet. Dr. Hermann Kolesch, zuständig für Beratung, Lehre und angewandte Forschung im Weinbau bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim, ist einer der „Väter“ dieser Top-Zwölf Frankens.

Herr Kolesch, was macht einen „normalen" Aussichtspunkt zu einem magischen Ort?

Dr. Hermann Kolesch: Grundsätzlich haben alle Orte, die in das Konzept "terroir f- die magischen Orte des Frankenweins" aufgenommen werden, ein klares Anforderungsprofil zu erfüllen. Neben den weintouristischen Anforderungen, wie gute Erreichbarkeit und die Nähe von Parkplätzen, zählt die Magie, also die Ausstrahlung des Ortes zum wichtigsten Kriterium. Schon immer haben den Menschen schöne Landschaften, ob Naturlandschaften oder den von Menschen geschaffenen Kulturlandschaften berührt. Das Schauen in eine schöne Landschaft ergreift den Menschen auf eine besondere Art und Weise. Schon immer haben Menschen sich dafür schöne Orte ausgesucht. Bei den Fränkischen Weinkulturlandschaften kommt dann noch die Geschichte der Lage, der Weine und natürlich seiner Menschen dazu. Weinkulturlandschaften zählen seit je her zum Beeindruckendsten, was der Mensch über Jahrhunderte geschaffen hat. In der Summe verleihen all diese Aspekte den Orten ihre eigene und besondere Magie.

Wieso fiel die Wahl auf den Aussichtspunkt bei der Vogelsburg?

Dr. Kolesch: Hier an der Volkacher Mainschleife ist es natürlich der Mainverlauf mit seinem harmonischen Schleifen, der die Landschaft vor Millionen Jahren so moduliert hat, dass hier herausragende Weine wachsen können. Der steile Escherndorfer Lump ist schon dramatisch, die Maininsel auf der anderen Seite des Flusses verleiht der Landschaft wieder ihre Weite.

Und worin liegt die Magie beim Platz am Iphöfer Julius-Echter-Berg?

Dr. Kolesch: Hier geht der Blick bis weit hinein in die Fränkischen Platten, das Maintal und natürlich entlang des Steigerwalds bis hinein nach Mittelfranken Prägend sind die Stufen, oder besser gesagt die Steigen des Steigerwaldanstieges, die dem Steigerwald auch den Namen gegeben haben. Gut lässt sich die „Iphöfer Pforte" mit dem „Inselberg" des Hüttenheimer Tannenbergs erkennen. Hier floss vor etwa zwei Millionen Jahren noch der Main vorbei. Und natürlich erzählt der Berg auch hier jede Menge an Geschichten.

Wie erklärt sich der Name „terroir F“?

Dr. Kolesch: Ganz einfach, „Terroir“ steht in der Sprache des Weines heute für den Ort, wo der Wein erzeugt wird. Jede Region, jede Lage hat ihr eigenes Terroir. Das Zusammenspiel der Geologie, der Böden, der Lage mit ihrem ganz eigenen Kleinklima, die heimischen Rebsorten und natürlich der Einfluss des Winzers lassen einzigartige Weine eines einzigartigen Standortes entstehen. Dies unterscheidet den Wein von allen anderen Getränken. Mittlerweile ist der Begriff „Terroir“ international gebräuchlich. Und „F“? Steht natürlich für Franken!

Nach welchen Kriterien werden die Plätze ausgewählt?

Dr. Kolesch: Zunächst gibt es ein klares Anforderungsprofil und eben die schon erwähnten Kriterien. Weiterhin sind wir bemüht, an Orte zu gehen, die schon immer eine gewisse Anziehungskraft gehabt haben, aber in der Zwischenzeit etwas in die Jahre gekommen sind. Wir sind ja in diesem Zusammenhang nicht gescheiter als unsere Vorfahren, die auch schon gewusst haben, wo es besonders schön ist.

Wer „steckt“ hinter dem Gesamtprojekt?

Dr. Kolesch: Nun, die Idee wurde an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim, geboren - es war einfach an der Zeit, heute Weinlandschaften für den Gast zeitgemäß zu vermitteln und in Szene zu setzen. Zudem wissen wir, dass für den Gast die Weinlandschaft ein zentrales Reisemotiv für den Besuch in unserer Region darstellt. Umgesetzt wurde es dann vom Arbeitskreis „Franken - Wein.Schöner.Land“ des Fränkischen Weinbauverbandes. Es gab dann eine Ausschreibung und einen Wettbewerb. Die magischen Orte sind eine weitere Facette des sehr erfolgreichen Premiumkonzeptes „Franken - Wein.Schöner.Land“ - Reisen zum Frankenwein. Alle Orte werden in diesem Premiumführer aufgenommen.

Wie werden die terroir-f-Orte finanziert?

Dr. Kolesch: Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich. In den meisten Fällen durch die Kommunen - es ist ja eine Maßnahme der touristischen Infrastruktur, wie den Weinbauvereinen bis hin zu einzelnen Winzern. Der Freistaat Bayern unterstützt zudem das Projekt mit einem Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Warum sollte ein Besucher Weinfrankens unbedingt einen terroir-f-Punkt aufsuchen?

Dr. Kolesch: Neben der besonderen Magie und Ausstrahlung des Ortes - alle Orte sind übrigens auch phantastische Fotomotive - wird er an jeden Ort auf ganz besondere Weise wieder etwas mehr über den Wein, die Region und seine Menschen dazulernen. Jeder Ort hat ja ein ganz besonderes Thema, was es nur einmal an diesem Ort geben wird. Dabei sind wir bemüht, dieses Thema einerseits leicht zugänglich, also fast spielerisch zu vermitteln, anderseits durch den Einsatz zeitgemäßer Technologie. So hat jeder Ort einen „Guckkasten“, in dem eine digitale Präsentation zum jeweiligen Thema des Ortes abläuft. Und natürlich wird er bei einem Besuch aller Orte Franken in all seiner Vielfalt kennenlernen.

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