Sommerach Urlaub in der Dorfgemeinschaft

Urlaub auf dem Dorfe – das kann man an vielen Orten machen. Urlaub in der Dorfgemeinschaft aber? Das klappt wohl nur selten bis gar nicht. Oder an der Volkacher Mainschleife.

Dort bietet die 1400-Seelen-Gemeinde Sommerach zwar kein explizites Urlaubsangebot unter diesem Siegel an. Aber für die von starkem Zusammenhalt und Gastfreundlichkeit geprägte Dorfgemeinschaft ist es geradezu selbstverständlich, den Gast in den eigenen Reihen mit aufzunehmen. Dass dies keine Floskel ist, können die vielen Camper erzählen, die teilweise schon seit Jahrzehnten ihren Urlaub in Sommerach verbringen und bei regelmäßigen Veranstaltungen wie Weinfest, Johannisfeuer oder Maibaumaufstellen selbstverständlich neben dem Einheimischen sitzen. „Bist auch wieder da?" hört man des öfteren auf der Straße einen Sommeracher einen Touristen freudig grüßen. Und wenn der Winzer Besuch in der Weinbergszeile von einem neugierigen Weinwanderer bekommt, dann wird dieser keinesfalls weggeschickt, sondern erntet ein offenes Ohr für seine interessierten Fragen. Sommerach ist ein Ort, in dem Gastfreundschaft gelebt wird. Nicht umsonst hat man die Goldmedaille auf Bezirksebene beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" erringen können.

Und blickt man in die Infovinothek im Herzen Sommerachs, die wohl die zentralste Anlaufstelle für den Erstbesucher ist, fällt auf, dass hier wirklich alle Winzer vertreten sind. Niemand kocht sein eigenes Süppchen, man zieht an einem Strang. Das ist auch beim Weinfest (6. bis 9. Juli 2012) so, das acht Winzer miteinander veranstalten. Oder Beispiel Frühjahrsserenade: Hier arbeiten Weinbauverein, Feuerwehr und der Musikverein zusammen. Gar nicht mal so selbstverständlich. Was die Sommeracher zusammenschweißt: natürlich der Wein. Jedes zweite Haus in Sommerach ist direkt oder indirekt vom Wein mehr oder weniger abhängig, sei es als Winzer- oder Gastronomiebetrieb oder als Fremdenzimmervermieter. So verwundert es kaum, dass es in Sommerach professionelle Gästeführer und sogar eine Weinschule gibt.

Doch es gibt auch ein reichhaltiges Leben in Sommerach neben der Rebe. Man denke an die beiden Künstlertürme, in denen Theo Steinbrenner und Moni Lang arbeiten und ausstellen. Keine Frage – wer aus Sommerach kommt oder sich einmal darauf eingelassen hat, der will nie wieder weg.

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