Nordheimer Strandkorbgeschichten

In einem gemütlichen Strandkorb die wärmenden Sonnenstrahlen wie ein Schwamm aufsaugen, die müden Beine hochlegen und die schöne Landschaft genießen. Der Traum von Sommer, Freiheit und Wohlfühlen wird am Ufer des Altmains in Nordheim Realität.

Mehrere bequeme Strandkörbe laden dort zum Verweilen ein. Der Blick vom Strandkorb aus streift die tuckernde Mainfähre, das Spiel der Badegäste am Sandstrand der Winzergemeinde, die grünen Weinberge und das gesellige Treiben rund um den Campingplatz am gegenüberliegenden Mainufer. Klein und Groß spitzen neugierig unter den Strandkorbmarkisen hervor. Manchmal zeugen auch nur nackte Fußzehen davon ob sich Kinder, Frauen oder Männer einen Strandkorb erobert haben. Unterhaltsame Strandkorbgeschichten gibt es an Nordund Ostsee und es gibt sie auch am Nordheimer Inselstrand. Schon kurz nach Sonnenaufgang hat sich ein Radfahrer niedergelassen, der sich ein paar Minuten Ruhe gönnt und die springenden Fische beobachtet. Bis in die späten Abendstunden wechseln die jungen und junggebliebenen, die fitten und die müden Strandkorbnutzer und auch ihre Beweggründe. Wer versteckt sich in den schützenden Körben und wer zeigt nach Herzenslust seine Identität?

Das Familien-Grillteam

„Meine Kugel hat gewonnen", sagt Marius zu seinem Bruder Silvio. Beide sitzen gemütlich in einem Strandkorb und spielen Boule. Bei strahlendem Sonnenschein genießen die beiden Jungs den Sommerferientag mit Baden, Herumtoben und Faulenzen. Um herauszufinden, wessen Kugel gewonnen hat, muss Marius dann aber doch aufstehen. Einen Strandkorb weiter schmökert ihre Mama Sibylle in einem Roman: „Es ist wunderschön hier. Der Ausblick auf die Weinberge und die Natur ist herrlich". Zwei Meter weiter hat Papa Bruno mitten im Sand seinen transportablen Grill aufgebaut. Leider hat er nur einen Anzündwürfel dabei. Pusten ist angesagt. Ihm wird‘s kurzzeitig schwindelig.

Eine Stunde später sind die leckeren Bratwürste fertig. Sibylle garniert die Brötchen mit Gurken und schwärmt vom Strandkorbleben: „Es ist hier nicht überfüllt und schön heimelig". Bruno ist begeistert von den Strandkörben: „Man kann sich rein lümmeln, muss keine Matte mitbringen. Es ist quasi alles vorhanden, was man für einen Wohlfühl-Nachmittag braucht. Alles kostenlos, fantastisch". Bruno und Sibylle sind sich einig: „So einen schönen Ausflug mit den Buben machen wir bald wieder".

Die Aktiv-Faulenzer

„Man kann total abschalten, den Alltag vergessen. Einfach super", schwingt Gabi ihre Beine über die Strandkorblehne. Zusammen mit ihrem Mann Bernhard hat sie an diesem Tag die Gunst der Stunde genutzt. Das schöne Wetter animierte das Paar aus Volkach dazu, einen Tag Aktiv-Urlaub in der eigenen Region zu absolvieren. Zunächst war Arbeit angesagt, denn das Schlauchboot-Kanu musste zum Main getragen werden. Dann folgte der Relax-Part der Unternehmung: Treiben lassen statt paddeln, auf der Sandbank am Baggersee zu Füßen der Vogelsburg stranden, im Main schwimmen und mit der Strömung weitertreiben lassen bis zum Nordheimer Strand.

„Boot anlegen, Strandkorb aussuchen, Füße hochlegen und dann einfach fallen lassen", ist Gabi gerade auf der glücklichen Seite des Lebens angekommen. Was nicht heißt, dass sie in ihrem Strandkorb nicht noch weiter träumen kann: „Mein Traum wäreja einmal eine Bootsfahrt im Morgengrauen gewesen, aber der innere Schweinehund hat uns bislang daran gehindert", sagt Gabi. Vor allem die intakte Natur mit der vielfältigen Vogelwelt würde sie sich zu früher Stunde gerne ansehen.

Die Weingenießer-Paare

Irmgard und Hans-Joachim Kirschenbauer feiern morgen ihre Silberhochzeit. Grund genug, um zusammen mit einem befreundeten Ehepaar in Nordheim ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Vor zwei Monaten waren sie schon einmal am Strand. „Es hat uns so gut gefallen, dass wir das auch unseren Freunden zeigen wollten", sagt Irmgard. Bei einem Winzer im Ort haben sie sich einen Bocksbeutel samt Gläsern besorgt. Die Kirschenbauers und Familie Mertens, beide aus Hessen, sind schon lustig drauf. In ihren Strandkörben genießen sie die Abendsonne. Hans-Joachim stößt mit seiner Frau und den Freunden an. Der Silvaner mundet ihm sehr gut und er schwärmt vom Sandstrand: „Die Lage ist wunderbar". Er findet es toll, dass man Sand aufgeschüttet und ein paar Strandkörbe hingestellt hat. „Hier gibt man den Menschen mit auf den Weg, sich einfach wohl zu fühlen", sagt seine Frau. Herr Mertens hat sich schon von der Urlaubsstimmung anstecken lassen: „Man sitzt in der Sonne vor den Weinbergen und dem Wasser, genießt den Blick und holt sich Appetit". Auf diese Weise kann er sich vorstellen, „wie gut der Wein im nächsten Jahr schmecken wird".

Die verliebt Verheirateten

Exakt vor einem Monat haben Julia und Markus geheiratet. „In den Strandkörben haben wir unsere Hochzeitsfotos gemacht, natürlich in festlichem Outfit", strahlt Julia, die sich bei 30 Grad im Bikini pudelwohl fühlt. Julia reicht Markus eine Tüte Gummibärchen. Der frisch gebackene Ehemann kann der Verlockung nicht widerstehen. Verliebt wie am ersten Tag haben sie sich einen Strandkorb unter den Nagel gerissen, um einen Tag Auszeit vom beruflichen Stress zu nehmen und sich an den herrlichen Tag der Hochzeit zu erinnern. Bei dem Fotoshooting waren sie auch auf einem Boot.

„Gekentert sind wir nicht und wir haben uns gefühlt wie in der Karibik", erinnert sich Julia. Bei dem Fototermin trafen die beiden ein älteres Ehepaar, das vor 40 Jahren in Nordheim geheiratet hatte und auf ihrer Heimreise aus dem Urlaub im Süden wieder einmal den Ort ihrer großen Liebe besuchten. „Die haben uns zur Heirat beglückwünscht," lacht Markus. Ihm gefällt am Nordheimer Strand die wunderbare Atmosphäre mit dem Fluss und dem vielen Grün. „Die Ruhe ist gigantisch trotz der Badegäste, lange nicht so laut wie im Schwimmbad."

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